4 Kommentare

  1. Danke für den netten Beitrag. Was ich als Winzer, der auch Kollegen aus Beaujolais kennt, anmerken möchte:
    Leider beherrscht das Gebiet die Tradition. Z.B. wird genau vorgeschrieben wie lange ein Beaujolais auf der Maische liegen darf, drei Tage, denn er soll nur wenig Tannin haben. Auch dürfen die Trauben nicht entrappt werden. Wer dies dennoch tut darf diesen Wein nicht unter der AC vermarkten, nur als Tafelwein. Zudem ist quasi nur Gamay als AC zugelassen.Hinweis: Um Rotweine mit spannendem Charakter zu erzeugen, die auf dem Weinmarkt erfolgreich vermarktet werden können bedarf es Tannin aus der Maische, andere Rebsorten u.a. . Dies nur ein kleines Beispiel wie die vielgeliebte Tradition den Winzern ihren Markt verbaut. Ich bin froh in Deutschland Wein zu machen, denn hier kann ich Produkte erzeugen, die der Markt interessant findet. Wir können leicht auf schnelle Veränderungen reagieren und die Oenologie den Anforderungen anpassen. Das Gebiet hat enormes Potential. Leider darf dies nicht genutzt werden.

  2. Ich konnte vor einiger Zeit einen Fleurie von Julien Sunier probieren – und war von der Qualität begeistert. Es gibt sie also, die überzeugdenden Produkte aus dem Gebiet. Es kommt wie auch in Deutschland nicht nur auf die Lage, sondern auch den Winzer an.

  3. Weine aus dem Beaujolais sind in Deutschland recht schwer zu bekommen und meist auch sehr teuer. Ich besorge mir immer ein paar Kisten der Cru-Lagen direkt aus Frankreich und kaufe mir auch jedes Jahr ein bisschen Nouveau. Schade, dass sich die Region mit seltsamen Regeln das Leben selbst ein bisschen schwer zu machen scheint.

  4. In den 1960igern und 1970igern Jahre waren die Weine des Beaujolais ein Traum. Immer wieder waren sie nah an den einfachen Qualitäten des Burgund, mancher Erzeuger – gerade aus der Lage Fleurie – überraschte mit hochwertigsten Qualitäten. Bei Troisgros, Chapel, Bocuse – überall war der Beaujolais fester Bestandteil der Weinkarten und vielgelobt von den Sommeliers dieser Restaurants. Dann: Ein völlig falsches Marketing, bestimmt vom weltweiten ökonomischen Erfolg des Noveau, veränderte alles. Heute muss man neu beginnen und manche Winzer tun es auch. Ich freue mich schon heute auf das Morgen! Ich habe ja das gestern bereits genießen dürfen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.