Mythos Mosel 2022

Mythos Mosel 2022: gute Weine

Nach erzwungenen Jahren der Distanz durften die Mosel-Weingüter sich wieder in ihrer Heimat präsentieren: Mythos Mosel 2022. Zeit für Entdeckungen.

Zwischen Detzem und Wintrich sperrten 2022 nach coronabedingter Zwangspause wieder 30 Weingüter auf. Bei jedem drei weitere Weingüter zu Gast. Wahrlich ein besonderes Event. Hier sind einige der Rieslinge, die bei Mythos Mosel 2022 gefallen haben.

Mythos Mosel 2022 Riesling
Ein Herz für Riesling braucht man hier: Spruch im Weingut Reuscher-Haart.
Weingut Clüsserath-Weiler

Der 2019 Mehringer Zellerberg „Alte Reben“ Riesling feinherb duftet nach Petrol und einem Tupfer Honig. Der Wein schmeckt herb, nach Grapefruitzeste und hat Grip.

Schön auch das Trittenheimer Altärchen aus dem Jahrgang 2021 mit feiner Säure, viel Mineralität, Steinobst, etwas Blütenhonig und einem Spritzer Limettensaft.

Weingut Meierer
Piesport Mosel Weinberge
Wunderschöne Kulisse: Blick auf Piesport.

Es gefällt der 2020er Kestener Riesling Kabinett. Die Nase verhalten, derweil am Gaumen feine Frucht, sehr balanciert, kühl.

Markus Molitor

Das Weingut gefällt bei Mythos Mosel 2022 etwa mit dem 2017er Wehlener Klosterberg Riesling Spätlese grüne Kapsel (feinherb). Sehr aromatische Nase von nassem Schiefer, Weinbergpfirsich und etwas Petrol. Am Gaumen perfektes Spiel von Süße, Säure und Mineralität, feine Frucht- und Schiefernoten.

Auch sehr schön die 2007er Graacher Himmelreich Auslese** mit goldener Kapsel (süß). Wunderschöne hellgoldene Farbe, Petrol und kräutrige Noten entsteigen dem Glas. Nimmt man einen Schluck, sind da gelbe getrocknete Früchte, kandierte Ananas, Tannenhonig, viel Mineralität und Leichtigkeit und etwas Petrol, während die Süße den Gesamteindruck angenehm abrundet. Sicher in diesem Jahrgang nur noch schwer erhältlich, zeigt aber, wie die Entwicklung aussehen kann.

Grans-Fassian
Mythos Mosel 2022 Trauben Leiwen
Mythos Mosel: überall Reben.

Die 2020er Apotheke Großes Gewächs des Leiwener Weinguts riecht leicht rauchig sowie nach Keller. Am Gaumen etwas Schmelz, wenig Frucht, grüne Töne und herbe Zitrik, untergründig ein sehr lebendiger Wein. Edel, muss aber reifen.

Vom selben Weingut zeigt der 2018er Trittenheimer Kabinett eine rundere Nase nach Honig, Schiefer und einem Tupfer Petrol. Der Wein hat eine straffe Säure, abgerundet durch einen Tupfer Süße. Schön.

Peter Lauer

Die 2021er Ayler Kupp Spätlese („Fass Nr. 7“) vom Saar-Weingut Peter Lauer hat ein volleres Bouquet von reifen Früchten mit leicht grünlichen Tönen. Nimmt man einen Schluck, zeigt der Wein Klasse, Balance und zerfällt gleichsam am Gaumen. Sollte noch reifen.

Schloss Lieser

Erst irritierend ist der 2021er Juffer Riesling Kabinett. Ein Geruch, der an Aschenbecher erinnert, entsteigt dem Glas. Am Gaumen dann zum Glück ganz anders: feine Steinobstfrucht, Kräuter, leicht und elegant.

Mythos Mosel 2022 Nik Weis
Ein Fußmarsch, der sich lohnt: Weingut Nik Weis.
Sankt Urbanshof – Nik Weis

Ein zarter Duft von Petrol und Streichhölzern entsteigt dem 2021er Wiltinger Alte Reben. Geschmacklich wird Steinobst angedeutet, Boskoop-Apfel tritt hinzu. Mineralität, stilbildende Säure, saftiger Eindruck. Ein Riesling von alten, nein, uralten Reben. Und das mit einem guten Preis-Genuss-Verhältnis.

Dienhart-Weine

Über ein solches verfügt auch der 2021er Sonnenuhr Riesling Kabinett von Timo Dienhart. Helles Gelb mit hellgoldenen Reflexen und grünlichem Einschlag. Der Wein duftet nach Gestein und zeigt ätherische Noten. Am Gaumen kristallin wie ein Bergbach, feine Steinobstfrucht, etwas Orange und über allem schwebende Süße.

Blick Weingut Nik Weis Leiwen
Immer wieder tolle Aus- und Einblicke: am Weingut Nik Weis.
Weingut Carlo Schmitt

Ebenfalls viel Wein fürs Geld bekommt man bei dem 2021er Riesling feinherb des jungen Winzers Carlo Schmitt. Sehr schön balanciert und leichtfüßig stehen Frucht und Limettenzeste auf der einen, und eine feine, nicht zu deftige Säure auf der anderen Seite.

Interessant ist Schmitts 2020er Laurentiuslay Riesling feinherb: leichter Duft nach Schiefer mit zarter Steinobstnote oben drüber. Am Gaumen saftig, Steinobst, etwas herb-vegetabil und mehr als ein Tupfer Süße. Der 2020er Köwericher Laurentiuslay Riesling Kabinett riecht sehr vegetabil nach Stängeln und Efeu. Am Gaumen die Leichtigkeit des Seins: zarte Frucht (roter Pfirsich, gelber Apfel), feine Mineralität, ausgewogene Säure, puffernde Restsüße.

Weingut Hermann Ludes
Mythos Mosel 2022 Weingut Ludes Thörnich
Verkosten kann man eigentlich überall: Thörnich.

Der 2021er Hermann Riesling kommt mit einem Duft nach Wiesenkräutern und etwas Unterholz. Am Gaumen mehr Frucht: Pfirsich, Limettenzeste, Orange, zart Maracuja, alles sehr schön ausgewogen.

Die Ritsch Spätlese feinherb aus dem Jahrgang 2019 kommt mit wild-schwefliger Nase daher. Am Gaumen gesellen sich Petrol, Gestein und eine abgehobene Steinobst-Frucht dazu. Ein lässiger Wein.

Nach reifer Aprikose und Wiese sowie Petrol, Grapefruitzeste und Zitronat duftet die 2015er Ritsch Auslese. Am Gaumen Honig, getrocknete Aprikose und fein säuerliche Mandarine.

Weingut Ames

Bei Mythos Mosel 2022 gefiel der Wein mit dem Namen Jungwinzers Erster Streich Riesling Kabinett aus 2021. Vegetabile Noten von Sträuchern entsteigen dem Glas. Am Gaumen dann Frucht (grüner Apfel, weißer Pfirsich), mineralisch, durch unauffällige Süße balanciert.

Blesius Schonschön Tacheles Wein Riesling
Hinten traditionelle, vorne ausgefallene Etiketten: können die Weine was?
Weingut Blesius

Schon schön zeigte sich der 2021er Schonschön Riesling trocken (andere ausgefallene Weinnamen). Florale Noten und Grapefruitzeste umspielen die Nase. Nimmt man einen Schluck, ist der Auftritt erst weich, im Abgang dann eine plötzlich präsente, vibrierende Säure. Aromen von Zitrone und grünem Apfel. (auf Seite 2 geht es mit Tacheles weiter)

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