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Skurrile Weinnamen III

Manch australischer Winzer hat einen Hang zu skurrilen Etiketten. Jetzt ziehen die Deutschen nach: auf Englisch, Deutsch und Vong-Sprache.

lustige Weinnamen OMG WTF
Ich war eine Textnachricht: OMG und WTF.

Man stelle sich folgende Gesprächs-Situation vor: „Ich geh mal kurz was einkaufen!“ „Ach, super, dann bring doch noch eine Flasche Oh My God mit!“ „What The Fuck!?“ „Nein, den nicht, sondern den Oh My God!“ Verstehen Sie nicht? Nun, dann kennen Sie einfach noch nicht die skurrilen Etiketten der beiden Rieslinge: OMG und WTF. Beide vom Weingut Meierer aus Kesten an der Mosel. Ersterer ist ein Pétillant Naturel, im Weinsprech Pet Nat genannt. Also ein Wein, den man erst in der Flasche ganz fertig gären lässt, so dass er etwas perlt. Und letzterer ist ein stiller sogenannter Naturwein, also längerer Kontakt der Schalen mit dem Most, wenig Schwefel und so.

MFG, mit freundlichen Grüßen!
skurrilen Etiketten verdammt guter Wein
Wichtig ist, was oben rauskommt: Ansage eines kalifornischen Weinguts.

Den Pet Nat haben wir schon einmal an einem heißen Sommerabend in einer Kölner Weinbar im Offenausschank getrunken, ohne in dem Moment die skurrilen Etiketten zu Gesicht bekommen zu haben. Auf der Karte stand nur: Matthias Meierer. Riesling. Und Pet Nat. Aber OMG? Ganz sicher nicht, das wäre uns aufgefallen! Warum hat der Verfasser der Weinkarte darauf verzichtet? Wir wissen es nicht. Allerdings fällt uns nun auf, dass wir schon dreimal nachgeschaut haben, ob jetzt der WTF der stille Naturwein und der OMG der Pet Nat war. Oder umgekehrt. Man kann nur sagen: Hoffentlich ist das Ganze marketingmäßig ein Erfolg. Denn mnemotechnisch spricht nicht allzu viel dafür. Mit freundlichen Grüßen machen wir einen Namens-Änderungsvorschlag für den Pet Nat: MFG. Mit Flaschen-Gärung.

1Kabi vong Mosel her, bitte!
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Ich versteh nur Kabi: Das muss sie sein, diese Vong-Sprache.

Anders als bei dem Pet Nat stießen wir bei dem nächsten Exemplar verblüfft auf die skurrilen Etiketten und dann erst auf den Wein. Ein Stand bei einem Sommerfest, mehrere Menschen teilen sich eine Flasche Wein, stehen mit ihren Gläsern umher. Was trinkt das Grüppchen nebenan? „I bims“. Dann steht da noch was von „1 Kabi“ und „vong Mosel her“, genauer gesagt aus Briedel, vom Weingut Walter. Wir geben zu: Beim ersten Anblick des Etiketts haben wir gar nicht verstanden, was das heißen soll. Die junge Frau zwei Schritte weiter konnte das a) nicht glauben und hat uns b) na ja, mehr oder weniger aufgeklärt. Dass das doch diese Vong-Sprache sei und da gebe es auch diese Seite im Internet. Vong Mosel her und so halt. Zugegeben, das hatten wir jetzt nicht verfolgt. Es lässt sich schließlich nichts gegen ein gerüttelt Maß Ignoranz einwenden, so lange sie vernünftig gestreut ist. Wie der Riesling Kabinett jetzt geschmeckt hat? Nun, die meiste Aufmerksamkeit war durch das Gespräch über die skurrilen Etiketten gebunden.

Rosamundes Fruchtbomben
skurrilen Etiketten explosive Beerenfrucht
Leere Rappen: Waren diese Beeren explosiv?

Wer keinen Riesling mag, dem mundet vielleicht etwas anderes. Zum Beispiel „Rosa Munde(t)“. „Cuvée Rosé feinherb“ hat das Weingut Hammel aus dem pfälzischen Kirchheim aber noch für die Ignoranten unter uns dazugeschrieben. Also ein halbtrockener Wein aus roten Trauben verschiedener Rebsorten, der nur kurzen Kontakt mit den Schalen hatte. Vollkontakt in jeder Hinsicht hatte dagegen der halbtrockene „Knallrot“ vom Weingut Eugen Müller im pfälzischen Forst, ein – pardon – Rotwein aus Spätburgunder und Dornfelder. Untertitel: „Explosive Beerenfrucht“. Deckung!

Easy drin king aus Franken
skurrile Weinnamen easy drinking
Trilogie des leichten Genusses: easy drin king.

Vom Weingut Egon Schäffer aus dem fränkischen Escherndorf kommt dagegen eine ganze Trilogie: easy, drin und king. Klingt nicht so zwingend wie Tick, Trick und Track? Wenn man alle drei Flaschen nebeneinanderstellt, schon: easy drin king. Für die Ignoranten unter uns ist aber in kleinerer Schrift auf jedem Etikett der Teil ergänzt, der nicht zum eigentlichen Namen gehört. Also zum Beispiel beim drin: easy king. Logisch, oder? Ach so, der easy ist übrigens eine Cuvée aus Müller-Thurgau und Scheurebe und der Name ist hier gleichzeitig Programm. Beim drin ist Kohlensäure drin und macht den Müller-Thurgau mit Silvaner zum Perlwein. Und der king vereint die königlichen Rebsorten Riesling und Silvaner und schmeckt dabei neben king doch auch ziemlich easy drin. Verwirrt? Das kann nur an einem gerüttelt Maß Ignoranz liegen!

(siehe auch Etiketten und Etikette)

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