Die Statistik weiß, wo in Deutschland wie viel Wein getrunken wird.

Wer trinkt wie viel von was für wie viel und wo? Die Deutsche-Wein-Statistik gibt Auskunft!

Die Statistik weiß, wo in Deutschland wie viel Wein getrunken wird.
Wo gehen die Flaschen hin? Die Statistik gibt Auskunft.

Am ausgeglichensten ist es im Nordwesten: Laut Statistik leben etwa 16 Prozent der Gesamtbevölkerung in der nordwestdeutschen Tiefebene. Diese 16 Prozent trinken auch ziemlich genau 16 Prozent des in der Republik konsumierten Weins insgesamt und gleichzeitig rund 16 Prozent des hierzulande verkauften deutschen Weins. Logisch? Keineswegs: Die Menschen in Baden und Württemberg etwa trinken mehr Wein. Eigentlich stünden ihnen statistisch nur zwölfeinhalb Prozent zu – das ist nämlich ihr Anteil an der deutschen Bevölkerung. Sie schenken sich aber gut 13 Prozent des gesamten Weins ins Glas und davon noch mal überproportional viel deutsche Erzeugnisse (gut 15 Prozent). Ihr Gegenstück sind so ziemlich die Berliner. Sie stellen rund fünf Prozent der deutschen Bevölkerung, statistisch betrachtet lassen sie aber jedes fünfte Glas weg (etwa vier Prozent des gesamten Weinkonsums entfallen auf sie). Und wenn eine Flasche entkorkt wird, dann nicht unbedingt eine aus den 13 deutschen Anbaugebieten (nur drei Prozent der deutschen Produktion für den heimischen Markt werden in Berlin getrunken).

Die Statistik offenbart mehr deutschen Rotwein als gedacht.
Deutsche Reben, öfter rot als man denkt.

Statistik mag in manchen Fällen etwas trocken daherkommen, beim Wein ist sie das per definitionem freilich nicht. Die Deutsche-Wein-Statistik 2015/2016, die das Deutsche Weininstitut herausgegeben hat und die auf Daten des Statistischen Bundesamtes, des Internationalen Weinamtes Paris sowie der Gesellschaft für Konsumforschung beruhen, wartet garantiert mit einigen Überraschungen auf. Wie sind die Weinarten aus deutschen Anbaugebieten verteilt? Deutschland, Weißweinland? Ja, aber bei weitem nicht so deutlich, wie der heimische Weißwein im Bewusstsein vorne steht. Knapp die Hälfte des im inländischen Handel erhältlichen deutschen Rebensafts war 2014, dem jüngsten der betrachteten Jahre, weiß, etwa 39 Prozent allerdings rot (Rest: Rosé). 2008 waren weiß und rot sogar gleichauf! Deutlicher ist die Spreizung dagegen bei den importierten Flaschen: Rund 58 Prozent Rotwein wurden hier vorletztes Jahr gezählt, während nur ein Drittel von weißen Rebsorten kam.

 

Laut Statistik werden sechs von sieben Gläsern Wein in Deutschland zu Hause getrunken.
Ein Viertel Ehrenstetter, beim Gastwirt eingenommen.

Wer hat schon mal in einer Bar die Plakette „Homedrinking is killing Gastwirt“ gesehen? Was und wie viel der Gastwirt zum Leben braucht, dürfte individuell unterschiedlich sein. Die Statistik lehrt uns zumindest, dass der „Außer-Haus-Konsum“ von „Stillwein“ (also abzüglich Sekt) einen Umsatz von einer Milliarde Euro bringt, während der „Haus-Konsum“ hier für gut sechs Milliarden steht – heißt, der Gastwirt bekommt nur ein relativ kleines Stück von einem allerdings insgesamt stattlichen Kuchen. Betrachtet man die verzehrten Mengen, trinkt man etwa fünf Gläser Wein zu Hause, bevor man irgendwann das sechste in einem Lokal einnimmt!

 

Die Preise pro verkauftem Liter Wein lagen 2014 in Deutschland im statistischen Durchschnitt bei 2,89 Euro.
Wie hoch werden die Einnahmen sein, wenn der Wein hier lesereif ist?

Damit sind die Ausgaben für Wein, gemessen an den Ausgaben für alkoholische Getränke insgesamt, tatsächlich am höchsten: 31 Prozent entfielen 2014 auf den vergorenen Traubensaft, etwa zwei Prozent mehr als für den gesamten Bierkonsum bezahlt wurde, der freilich ein fünffach höheres Volumen einnimmt. Manch einer mag einwenden, dass der Faktor doch trotzdem recht gering sei, schließlich ist Bier ja auch viel günstiger. Allerdings ist die Frage, mit welcher Flasche aus welchem Weinkeller man die recht homogenen Preise für Bier vergleicht. Durchschnittlich bezahlt wurden im letzten betrachteten Jahr pro Liter Wein im hiesigen Einzelhandel jedenfalls 2,89 Euro.

(siehe auch Wein und Statistik 2016/17)

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