Was bleibt Wein 2021

Was bleibt aus den letzten zwölf Monaten? Zehn eindrucksvolle Weine, die etwas ausgelöst haben!

Jahrgangs Cidre Friardel Lesuffleur
Die Transzendenz des Apfels: Friardel von Lesuffleur.
1.Frankreich: Cidre Friardel

Nur zehn eindrucksvolle Weine, und dann ist der erste streng genommen gar keiner: der Cidre Friardel von der Domaine Lesuffleur . Ja, Äpfel bilden bei der Gärung und Reifung nicht so komplexe Aromen wie Trauben. Aber durch eine Zusammenstellung aus über zwei Dutzend Sorten des Kernobstes, Vergärung mit wilden Hefen und langem Hefelager zeigt dieser 2017er Jahrgangs-Cidre durchaus noch andere Aromen, etwa von Stein oder Kamille. Sein Ausgangsprodukt zeigt er mehr in transzendierter Form. Und das Ergebnis ist: mürbe, federleicht, elegant. Wahnsinn, was man aus Äpfeln doch machen kann. Und wo, wenn nicht in der Normandie?

 

Zehn empfehlenswerte Weine: Corpinnat Gramona 3 Lustros
Ich war ein Cava: III Lustros von Gramona.
2. Spanien: III Lustros

Cava haben Sie länger nicht getrunken? Aus Gründen? Der III Lustros Schaumwein ist auch kein Cava. Gewissermaßen war er aber mal einer. Bevor das Weingut Gramona entschieden hat, der Appellation den Rücken zu kehren, auch aus bestimmten Gründen. Dieser Corpinnat-Schaumwein aus 2013 jedenfalls ist ein Traum: Kristalliner geht es kaum noch. Tolles Ding, das zeigt, wozu katalanische Schaumweine in der Lage sind. (und so schmeckt der III Lustros)

 

Oxney Organic Estate Classic
Muss man mal probiert haben: English Sparkling.
3. England: Oxney Sparkling

Zehn eindrucksvolle Weine, und dann ausgerechnet einer aus England? Eben drum! Was ich blind vermutlich als Champagner eingestuft hätte, war ein English Sparkling. So was bleibt haften. Und mit klassischen Noten vom langen Hefelager, aber auch fruchtig-zitrischen sowie zart balsamischen Noten macht der biologisch hergestellte Oxney Classic wirklich Freude. Faszinierend, was auf der Insel in so kurzer Zeit aufgebaut wurde im Schaumweinsektor. Man darf gespannt sein, was dort noch so passiert!

 

 

Wein Kronkorken Riesling Lay Purus
Suchen Sie schon mal den Flaschenöffner: Lay Purus.
4. Deutschland: Lay Purus

Das Mosel-Weingut von Rita & Rudolf Trossen ist klein. Der 2019 Lay Purus Riesling groß. Etikettiert als Landwein, weil im Stile eines Naturweins gemacht. Der Wein sieht toll aus, hellgolden und mit goldenen Reflexen. Das Bouquet ist reichhaltig: Gewürz, Röstaromen, Apfelschale, Kamille, Orangenzeste, nasser Stein. Geschwenkt kommt Weinbergspfirsich und kühler Weinkeller hinzu. Am Gaumen die Mineralität von aufgebrochenem Fels, Winterapfel und Pomelo. Ausgewogene Säure, zarte Phenolik, aber mit einer großen Leichtigkeit und Eleganz. Ohne zugesetzten Schwefel und daher mit Kronkorken. Faszinierender Wein.

 

5. Griechenland: Vidiano
griechischer Weiß Wein empfehlenswert
Mehr als kleine blaue Pünktchen.

Aus dem schier unerschöpflichen Rebschatz Griechenlands hat es mir dieser Wein aus der weißen Traube Vidiano angetan. Auf dem Etikett steht keine genauere Herkunftsbezeichnung. Das liegt daran, dass die Trauben zwar von Kreta stammen, aber in Drama auf dem Festland vergoren wurden. Das macht Oenops Wines mit Trauben aus verschiedenen Ecken des Landes so. Auch wenn das theoretisch Skepsis auslöst, ist der Wein praktisch der Hammer. Komplexe Aromatik von Kern- und Steinobst, gepaart von kräutrigen Noten. Am Gaumen auch junge Haselnuss, schöne Mineralität und animierende, gleichwohl gut eingebettete Säure. Viel Substanz, ohne dabei mächtig zu wirken. Super Trinkfluss. Übrigens: Falls Sie auf dem Etikett nur blaue Pünktchen sehen, bewegen Sie es von den Augen weg!

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