Jubiläums-Beitrag: 10 Jahre Weinsprech. Es geht weiter. Weil Wein nicht nur ein Getränk ist.
Wie das so ist mit Jubiläen: Das erste erstaunt einen, das zweite vergisst man beinah. Dabei bedeuten10 Jahre Weinsprech doppelt so viel verstrichene Zeit wie beim letzten Jubiläum. Beim genaueren Nachdenken ein sehr ordentlicher Langstreckenlauf! Und ich freue mich, dass zahlreiche Leser mir über diesen hinweg treu geblieben sind. Zeit für einen Rückblick.

Dauerbrenner
Beginnen wir mit den Konstanten. Weiterhin wurde einmal im Jahr die Statistik des Deutschen Weininstituts ausgewertet. Viel ist über den sinkenden Konsum in letzter Zeit gesprochen und geschrieben worden. Aber es gibt eben auch noch andere bemerkenswerte und überraschende Aspekte, die in der Statistik aufgeführt werden und die sich mitnichten auf Wein beziehen. Etwa dass der Schnapskonsum nur kaum nachgegeben hat.

Auch neue Weinbücher habe ich immer wieder besprochen auf meinem Blog. Und zwar so unterschiedliche Erscheinungen wie Weinführer, den Wein-Essay eines Romanciers, den Wieder-Aufstieg der deutschen Weinqualität, eine Überblicksdarstellung oder eine Neuübersetzung von Prosatexten Baudelaires zum Thema Wein. Die Welt des Kulturgetränks dreht sich allem Abgesang zum Trotz weiter, immer weitere Länder pflanzen Reben und offensichtlich gibt es einen Markt für Bücher, die über all das berichten. Und das meiste davon ist auch sehr lesenswert.

Apropos viele und zumindest aus deutscher Sicht unbekanntere Weinländer: Auch diese haben es mir weiterhin angetan. Schließlich ist die Neugierde doch berechtigt, wie Weine aus Indien, Brasilien oder Japan wohl schmecken mögen. Das heißt ja nicht, dass man die heimischen Gewächse deswegen links liegen ließe. Denn auch diese sind natürlich immer wieder Thema gewesen, zum Beispiel Spitzen-Spätburgunder oder rare versteigerte Weine.
Inhaltliche Veränderungen
Obwohl bei meinen Lesern immer noch sehr beliebt, habe ich die Reihe der skurrilen Weinnamen nicht mehr regelmäßig weitergesponnen. Ein paar Eindrücke gab es immerhin hier und da. Trotzdem bleibt spannend, wie mit den wenigen Quadratzentimetern Freiheit umgegangen wird, die Etiketten Winzern bieten. Denn schließlich ist es das einzige, was der geneigte Käufer im Regal zur Entscheidungsfindung vorfindet.

Oder doch nicht? Denn auch, was sich zwischen Etikett und Wein befindet, nämlich die Flasche, ist nicht vom Himmel gefallen. Und es scheint so, als würden immer mehr Weingüter auch dieses Gefäß als Ausdrucks- oder Alleinstellungsmerkmal für sich entdecken. Oder haben Sie schon einmal Wein aus einer Flasche mit Knick eingeschenkt? Oder aus einer Bierflasche?
Auch besondere Macharten von Weinen, die man gut zu kennen meint, habe ich wiederholt vorgestellt. Denn warum nur nach Rosé schauen, wenn es etwa auch guten Weißherbst gibt? Oder Grauburgunder nicht auch einmal in rötlichen Ausführungen probieren? Kleiner Spoiler: Es lohnt sich, nicht einfach über Flaschen hinwegzuschauen, die einem auf den ersten Blick wenig sagen.

10 Jahre Weinsprech haben nichts daran geändert, dass die „Weinpolitik“ ziemlich außen vor bleibt. Aber ein paar Veränderungen des VDP im Umgang mit den eigenen Richtlinien gaben dann doch einmal den Ausschlag für diesen Beitrag. Denn zurecht darf man sich fragen, warum plötzlich als Erste Lage vermarktet wird (oder „Aus Ersten Lagen“), was bisher ein Ortswein war. Aber es gibt durchaus auch positive Neuigkeiten aus diesem Verband. Etwa, guten Sekt wieder stärker in den Fokus rücken zu wollen. Einige Verkostungseindrücke finden Sie dazu hier.
Weitere Veränderungen

Die geneigte Leserschaft wird es bemerkt haben: Die Frequenz der Beiträge hat bei 10 Jahre Weinsprech abgenommen. Mittlerweile bin ich bei einem Beitrag alle zwei Monate. Das liegt natürlich auch daran, dass von der Idee bis zum fertigen Beitrag ein gewisser Weg zu gehen ist. Dennoch ist die Lust weiterhin da, Ihnen Geschichten rund um das Kulturgut Wein zu erzählen. Bleiben Sie Weinsprech gewogen und – das war die Anregung eines Lesers, die ich alsbald umgesetzt habe – abonnieren Sie den Blog. Einfach in dem Formular ziemlich weit oben auf der Startseite anmelden, dann bekommen Sie eine Email mit Link, sobald ein neuer Beitrag erscheint. Ziemlich praktisch, oder? Sehr viele Menschen nutzen diesen Service.
10 Jahre Weinsprech: Ausblick

Trotz allem Abgesang wird ja weiterhin Wein gekeltert und viel sehr guter. Manche Medien berichten aber immer weniger, einzelne gar nicht mehr über Wein. Für den Fan dieses Kulturgetränks ist das traurig. Auch nach 10 Jahren Weinsprech geht es hier für Sie weiter mit Neuigkeiten und Gedanken zum Thema. Mal schauen, welche Themen mir über den Weg laufen werden. Und welche Kommentare Sie posten werden. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude mit meinem Blog!

